Eine Nacht in der Pfalz

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Der Plan war schnell gefasst: Ein Wochenende in der Pfalz sollte es werden und diesmal mit einer Übernachtung unter freiem Himmel. Sämtliche Zeltplätze waren bereits hoffnungslos ausgebucht, daher kam die Idee auf uns in die freie Natur zu begeben. Womit wir nicht rechneten war die Schlagerparty, die nachts um elf vor der Gipfelhütte noch in vollem Gange sein würde.

Schon nachdem wir auf dem Waldparkplatz von einem Autokonvoi grölender Holländer umkreist wurden wie einst die Siedlertrecks von den Indianern, hatten wir es durch den Wald schallen hören. Dummerweise führte unser Weg direkt zwischen dem DJ Pult und den auf Bierzeltgarnituren zusammengepferchten Weinexperten hindurch. Schon  frühzeitig hatten wir unsere Lampen ausgeschaltet um nicht zu sehr aufzufallen. Dennoch fühlte es sich in etwa so an als führe man nachts mitten durch eine Wildschweinherde, immer in der Hoffnung unentdeckt zu bleiben. Wahrscheinlich wurden wir als Trugbild des Weingeistes abgetan, eine Reaktion gab es jedenfalls nicht, und auch die Nacht über würden wir glücklicherweise ungestört bleiben. Denn was nun folgte war der erste von vielen Pfalztrails, die wir dieses Wochenende noch befahren würden. Trotz 35 Liter Wanderrucksack liess der Flow nicht lange auf sich warten und als wir nach 10 Minuten an unserem Schlafplatz ankamen sahen wir auch direkt, dass sich der Aufwand gelohnt hatte.

pano2Pünktlich zu unserm Eintreffen gab ein Feuerwerk, und nachdem wir uns am Panorama sattgesehen und unser Lager aufgeschlagen hatten, ging es ins Land der Träume. Leider war ein anderer Waldbewohner der Überzeugung sich öfters mal neben uns die Seele aus dem Leib zu kreischen, aber das gehört nun mal zum Pauschalurlaub in der Natur dazu.

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Stephie meint dazu:
“ Die Nacht war so heiß, dass ich das Gefühl hatte Mondbrand
zu bekommen.“

Um 5.30 ertönte der Wecker, um uns nur ja den Sonnenaufgang nicht verpassen zu lassen. Nach einem typischen kargen oudoor Survial Frühstück bestehend aus Chai-Latte und Kuchen fuhren wir zurück zum Parkplatz um uns mit dem Rest unserer Gruppe zu treffen. Uns dämmerte bereits, dass dies wohl der heißeste Tag des Jahres werden würde, aber immerhin war jeder motiviert und die Rucksäcke ausreichend mit Trinkblasen bestückt.

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pfalz-8Dank der vorbildlichen Tourenplanung führte uns unsere erste Abfahrt erst einmal direkt ins Gasthaus, wo wir uns erfolgreich mit Traubenschorle, Kuchen und sogar pfälzer Saumagen für die anstehenden Höhenmeter stärkten. So vorbereitet konnten wir den anstrengenden Teil des Tages angehen. Die Auswirkungen der kurzen Nacht machten sich gegen Ende der Tour noch mit ein zwei Krämpfen bemerkbar, aber sonst lief alles glatt.

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Helge schwört:
„Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage dass ich an diesem Tag locker 10 Liter Flüssigkeit zu mir genommen und davon mindestens 6 wieder durch meine Poren abgegeben habe.“

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Vor der letzten Abfahrt fanden Stephie und ich noch Zeit um ein paar Fotos auf den genialen Trails zu machen. Der hohe Flowfaktor und die Landschaft machen die Pfalz zu einem unserer absoluten Favoriten und ihr werdet hier bestimmt noch öfters Fotos aus der Region zu sehen bekommen.

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Den Abend ließen wir als erfolgreiche Duschasylbewerber (An dieser Stelle noch mal ein herzliches Dankeschön an unsere Gastgeber) in Karlsruhe ausklingen. Am nächsten Tag fuhren wir rüber zu den leckeren Bruseltrails um uns über die dortigen Steilabfahrten und Spitzkehren herzumachen. Leider wurde unsere dortige Tour vorzeitig von mehreren Gewitterfronten beendet, so dass wir es mangels Schlechtwetterausrüstung vorzogen uns vom Regen ins Bier zu flüchten.

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Es war ein Wochenende wie wir es am liebsten haben, bestehend aus Abenteuern, Schweiß, Fahrspaß und tollen Menschen. Wir hoffen allen Beteiligten hat es genauso so viel Spaß gemacht wie uns.

Was noch zu sagen bleibt:
Einfach so im Wald zu Zelten ist in Deutschland verboten. Jedes Bundesland hat zudem seine eigenen Regelungen, so darf man in Hessen z.B. nachts die Wege nicht mehr verlassen. So ganz ohne Zelt sieht die Sache aber schon anders aus. Auf jeden Fall darf man keine Tiere stören und erst recht kein offenes Feuer machen. So lange man sich verantwortungsvoll verhält und kein Zelt aufbaut tut man grundsätzlich nichts Verbotenes. Sollte einen der Jagdtpächter oder Waldbesitzer dennoch wegschicken kann man sich ja ein anderes Plätzchen suchen. Speziell in der Pfalz gibt es mehrere kuschelige Naturzeltplätze im Wald, die man für 10 Euro Pro Zelt benutzen darf. Weiteres dazu hier: Trekking-Pfalz. Eine absolut tolle Sache wie wir finden. Da es uns aber unter anderem um Fotos vom Sonnenaufgang ging und die Plätze ausgebucht waren, haben wir uns entschieden diesmal an einem passenden Aussichtspunkt zu nächtigen.