Trailcouch Experiment #1: Freiburg

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Endlich war es so weit!

Bereits im Frühling hatte Stephie in ihrem WOMB Interview angekündigt, dass wir mit Trailgold andere Bikereviere besuchen wollen um dort mit Locals auf deren Trails Fotosessions zu veranstalten. Getauft haben wir das Konzept „Das Trailcouch Experiment“. Erst Trails surfen, dann Couchsurfen. Dank dem Zeitalter des Internets die wohl erlebnisreichste Art zu reisen. Und jeder hat etwas davon. Dass es bis Ende Juli dauern würde bis die erste dieser Aktionen organisiert sein würde hatten wir damals nicht erwartet. Dass es gleich der absolute Wahnsinn werden würde auch nicht…

 

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Nach einer längeren aber im Prinzip reibungslosen Anfahrt kommen wir an Freiburgs offizieller Strecke an, der Borderline. Unterwegs hatten wir noch Alex aufgesammelt, vor Ort begrüßen uns dann Sanne, Hannah, Alke und Steffie direkt mit einem umfangreichen Frühstück auf dem Parkplatz. Wir sind aber gespannt auf die Trails und so erklären wir das Frühstück zur post-ride Mahlzeit und machen uns direkt auf den Weg hoch auf den Rosskopf. Es ist wirklich heiß und die Anreise steckt uns noch in den Knochen, aber wir kommen gut hoch.

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Hannah:
„Wir starten mit der Borderline, einer Strecke, die mittlerweile überregional bekannt ist und durch die Arbeit der Jungs vom Mountainbike Freiburg e.V. als offizielle Mountainbikeabfahrt gekennzeichnet und legalisiert ist. Sie ist gewissermaßen die Hauptschlagader des Freiburger Trailnetzes, hier trifft man sich, hier hatten wir alle unseren ersten Anläufe auf zwei Rädern, hier bauen und verbessern wir regelmäßig die vielen Anlieger und kleineren Sprünge und hier flowen wir immer und immer wieder vom Rosskopfgipfel hinunter zu den Ufern der Dreisam.“

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„Als das erste Set im oberen Abschnitt der Borderline aufgebaut sind, sind wir schließlich gefragt. Hinter einem Rechtsanlieger, der in eine kleine Steinformation mündet, kniet Helge im Gebüsch und gibt Anweisungen. An der ersten Kante sollen wir abziehen, er zeigt uns genau die Stelle auf die er scharf stellt. Ich brauche gleich mehrere Anläufe um zu treffen, da die Stelle wenige Zentimeter neben meiner gewohnten Linie liegt. Wie sehr sich diese in mein Gehirn gebrannt hat! Es kostet richtig Anstrengung, wieder genau hinzuschauen und die automatisierte Lininenwahl einzutauschen gegen die neue Version.
Beim Ansehen der ersten Fotos auf dem Display der Kamera dann die nächste Überraschung: ein traumhafter Ausblick auf das Dreisamtal ist die Kulisse unserer Kurve. Ein Panorama, das ich zum ersten Mal sehe, da ich hier noch nie in die entgegengesetzte Richtung unterwegs war, und dabei sowie so nie woanders als auf den Boden vor mir geblickt habe.“

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„Mit jedem Mal Hochschieben können wir die
Gewohnheitsbrille ein bisschen mehr abnehmen“

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„Langsam realisieren wir, dass wir uns viel zu selten derart ausführlich diesem Trail widmen, eigentlich geht es uns hier immer nur darum, möglichst noch schneller als das letzte Mal zu werden, und die richtige Linie dafür, so dachten wir, kennen wir ja schon im Schlaf. Zum ersten Mal seit Langem sehen wir und gegenseitig fahren. Mit jedem Mal Hochschieben können wir die Gewohnheitsbrille ein bisschen mehr abnehmen, und Steine, Wurzeln und Kanten, die schon seit Ewigkeiten aus unserer Wahrnehmung ausgeblendet wurden, tauchen auf plötzlich wieder im Bewusstein auf. Mit schwindender Routine kommt die Lust zum Experimentieren zurück, und bald wirkt die gute alte Borderline wieder so verspielt, wie ein unbekannter Trail durch neues Gelände. Besonders Stephie als Neuling ist Inspiration, ihr zuzusehen bringt uns auf völlig neue Ideen. Reisen erweitert bekanntlich den Horizont – auf dem Hometrail die Linie einer Zugereisten zu fahren, tut es mindestens genauso.“

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„Unten angekommen gibt es Picknick und Abkühlung in der Dreisam, bevor wir die Räder verladen und für die letzte Abendsonne zur Rappenecker Hütte fahren. Sie liegt unterhalb des Schauinslands, auf ca. 1000hm. Um sie herum führen malerische Weidenabfahrten mit Blick auf Schwarzwaldwiesen und das Rheintal, außerdem startet hier ein ca. 10km langer Singletrail, der bis hinunter nach Feiburg führt. Das Abendlicht lässt Helge zu Hochtouren auflaufen, sein Bike lässt er gleich am Auto um die Menge seiner Fotoausrüstung noch mal zu verdoppeln und über die Weide zu schleppen.“

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Helge:
„Die Sonne steht perfekt und alles wartet auf mein Kommando. Mir ist klar dass jetzt alle auf mich zählen. 6 motivierte Fahrer stehen fahrbereit mit mir hier oben und verlassen sich darauf, dass ich Kamera, Licht und Action fest im Griff habe. Ein riesen Stein fällt mir vom Herzen als ich auf das Display schaue und sehe, dass die Fotos auch so werden wie ich mir das erhofft hatte.

„Was nun an Trails folgt, zaubert mir
heute noch ein Grinsen ins Gesicht“

Als die Fotos im Kasten sind trage ich schnell mein Equipment zurück zum Auto und tausche es gegen mein Fahrrad ein. Normalerweise muss ich mich entscheiden ob ich Fotos mache oder in den Genuss der Abfahrt komme, diesmal opfern sich Hannah und Sanne und fahren die Autos wieder zurück während der Rest der Gruppe die Abfahrt nach Freiburg fährt. Was nun an Trails folgt zaubert mir heute noch ein Grinsen ins Gesicht und ich bedauere direkt, dass wir vor unserer Haustür nur die Hälfte an Höhenmetern zur Verfügung haben.

Der Trail spuckt uns direkt in Freiburg aus und wir fahren zu Alke, die sich bereit erklärt hat uns für die Nacht aufzunehmen. Sie entpuppt sich als die perfekte Gastgeberin und organisiert für uns noch eine Grillparty mit den anderen. Als uns auf dem Weg zum Grillabend plötzlich völlig ohne Grund „Drecks Radlerpack!“ hinterhergerufen wird kann ich nur in mich hineinlächeln. Was ich heute erlebt habe, war so sensationell dass ich mit dem Schreihals direkt Mitleid habe. Wenn der wüsste, was ihm hier entgeht.“

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Am nächsten Tag ist es wieder unfassbar heiß und wir beschließen eine entspannte Tour auf den Kybfelsen zu fahren. Der Aufstieg erfolgt fast ausschließlich über Trails und oben angekommen bietet sich uns ein toller Ausblick Richtung norden. Wir machen noch ein paar Fotos an einem recht technischen Trailstück und beschließen dann direkt abzufahren. Auch diese Abfahrt erweist sich als absolut genial und bietet an Terrain so ziemlich alles, was man sich wünschen kann. Abermals kommen wir direkt in Freiburg heraus und lassen den Tag zuerst an der berüchtigten Öko-Trinkhalle und dann in der Dreisam ausklingen. Uns steht noch die Heimfahrt in der Hitze bevor, aber nach diesem Wochenende ist unsere gute Laune unzerstörbar.

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Stephie:
„Ich habe Sanne im letzten Jahr bei Casting zum nächsten Trek Gravity Girl kennengelernt. Schon in Flims kam uns die Idee mal in Zukunft zusammen Biken zu gehen. Dieses Jahr war es dann endlich soweit! Ich hatte ja schon vorher von einigen Leuten gehört, dass Freiburg das absolute Bikemekka sein soll. Das kann ich nach diesr Aktion eindeutig bestätigen! Es ist einfach genial, wenn man so abwechslungsreiche Trails in direkter Stadtnähe hat und zur Erfrischung mal eben mitsamt Bikeklamotten in die Dreisam hüpfen kann. Auch die Bikeszene an sich hat mich sehr beeindruckt. Frauen auf dem Mountainbike sind dort keine Seltenheit und dann können sie auch noch richtig gut fahren. Wer die schönsten Trails noch nicht kennt findet am Berg sicher jemanden der sie einem zeigt. Nochmals vielen Dank an die Mädels, die die Touren und Programm für uns organisiert haben, ganz besonders an Alke, die uns für das Wochenende das Wohnzimmer zur Verfügung gestellt hat!“

Was sagt ihr dazu, war das ein fairer Tauschhandel?. Wir sind uns zmindest sicher dass jeder eine Menge Spaß hatte! Und die Ergebnisse machen sich hier ja auch gut. Wenn ihr jetzt auch Lust bekommen habt wisst ihr sicher was zu tun ist: Ran ans Emailprogramm!