Unser neues Projekt: Radventures!

radventures

Wer einen Berg besteigen möchte, der kann nicht einfach drauf los marschieren. Man studiert Kartenmaterial um die beste Route festzulegen, zieht sämtliche Wetterdienste zu Rate und  kalkuliert genau welche Ausrüstung erforderlich ist und wie sie verteilt wird. Man geht alle möglichen Szenarien durch und versucht bestmöglich vorbereitet zu sein. Wenn der eigene Plan dann aufgegangen ist, und man schließlich auf dem Gipfel steht, dann hat man nicht nur die sportliche Herausforderung bewältigt, sondern auch die organisatiorische. Man hat seine eigene kleine Expedition durchgeführt, und man wird sich bestimmt sein Leben lang an jede einzelne dieser Besteigungen bestens erinnern.

Wer nicht das Glück hat in Alpennähe zu wohnen, der muss für Unternehmungen auf zwei Rädern in der Regel so gut wie gar nichts planen. Die deutschen Mittelgebirge sind sehr gut erschlossen und das Terrain wie auch das Wetter sind weitaus ungefährlicher. Man kann im Prinzip mit dem Auto bis an den Waldrand tuckern, sich aufs Rad setzen und einfach irgendwelchen ausgeschilderten Rundwegen folgen. Dadurch wird natürlich jegliches Abenteuer-Feeling im Keim erstickt. Aber auch so kennt man irgendwann jeden Pfad in und auswendig und dann unterscheiden sich die Ausfahrten nur noch durch etwaige Zwischenfälle wie z.B. einen überraschenden Wolkenbruch. Wenn ich auf meine Saison zurückblicke, kann ich die absolvierten Hometrail-Touren kaum auseinander halten.

Um dieser an Langeweile grenzenden Vertrautheit mit unserer Umgebung etwas entgegenzusetzen, entschlossen wir uns im Rahmen unseres Trailcouch Projektes neue Bikereviere zu erkunden. Aber diese Aktionen sind immer recht zeitaufwändig und eben diese Zeit muss auch von allen Beteiligten gleichzeitig gefunden werden.  Also musste noch ein anderer Ansatz her um unseren Bike-Alltag aufzupeppen: Schluss mit dem Komfort-Radeln. Raus in den Wald und zwar richtig!

„Hier soll es um Abenteuer gehen, für die man
keine Flugtickets oder Sponsoren braucht.

 

Gleich unser erstes Experiment dieser Art bewahrheitete: Wer wagt, gewinnt. Alle, die dabei waren, werden nie den Moment vergessen als wir bei völliger Dunkelheit mit bester Aussicht am Berg saßen und unter uns in der Ebene plötzlich ein Feuerwerk losging. Es war ein absoluter Zufall, dass wir genau an diesem Abend an genau dieser Stelle waren und dennoch fühlte es sich beinahe so an als wäre das Feuerwerk nur für uns gezündet worden. Uns wurde klar, dass derartige Momente sehr viel Bestand haben und man sie oft nur erlebt, wenn man willens ist dafür die eigene Komfortzone zu verlassen. Wir fassten daher den Beschluss uns öfters in derartige kleine Abenteuer zu stürzen.

Wir wollen hier aber wie üblich niemandem etwas vorleben, sondern euch dazu anregen euch auch mal aus eurer gewohnten Umgebung zu bewegen. Hier soll es um Abenteuer gehen, für die man keine Flugtickets oder Sponsoren braucht. Abenteuer, die direkt vor eurer Haustür beginnen und die euch komplett aus eurem Alltag entführen. Radventures soll eine Anleitung sein, wie man seine eigenen unvergessliche Momente erschaffen kann.

Wer klein anfängt, darf dennoch groß träumen. Daher habe ich für euch ein paar Videos als Inspirationsquelle zusammengetragen. Ihr habt zwar wahrscheinlich weder Wasserflugzeug noch Packesel zur Hand, aber Lust auf Abenteuer machen die Aufnahmen bestimmt trotzdem:

Den Anfang macht das sicherlich bekannteste Video dieser Art: Matt Hunters 2 Tages Solo Trailtour durch die Kanadische Wildnis. Das besondere hier ist einfach der Do-It-Yourself Charakter und die Authentizität der Aktion: Man muss nicht Matt Hunter sein um das zu erleben zu können. Aber Kanadier wohl leider schon.

Der gute Matt legte dann gleich nach mit einer Aktion nach die leider nicht mehr viel mit Do-It-Yourself zu tun hatte sonder eher in die Richtung betreutes Fahren ging. Aber die Aufnahmen sind dennoch schön anzusehen, darum enthalten wir sie euch an dieser Stelle nicht vor. Mehr Informationen zu diesem Trip gibt es hier zu lesen.

Glücklicherweise gibt es noch andere Kanadier, und so entstand im Winter 2012 das Ultramontane Projekt. Jeder Teil ist auf jeden Fall sehenswert und auch die fotografische Aufarbeitung überzeugt. Eingebettet habe ich Episode 2, das ganze Projekt inklusive Gastauftritt von Wade Simmons, Trailbau Whiskey und Winterzelten könnt ihr unter den folgenden Links erreichen: Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4 Teil 5 Teil 6

Natürlich lässt es sich auch in Europa urig mit dem Rad übernachten, hier zeigt euch Fabien Barel wo man Nachts sicher seine Ruhe hat. Die Fotos dazu findet ihr hier.

The Road From Karakol from Outdoor Research on Vimeo.
Hier steht nicht das Rad im Vordergrund sondern das Abenteuer: Der Bergsteiger Kyle Dempster fährt mit dem Rad alleine durch Kirgisistan. Sicherlich ein wenig verrückt, dafür sehr authentisch und interessant erzählt.

Tom Malecha macht unter dem namen Filme von Draussen schon lange auf sich Aufmerksam. Hier quält er sich für uns so richtig schön über die Alpenpässe.

Raus aus der Stadt, rein in den Wald. Wer den Sonnenaufgang sehen will muss eben früh los. Das war die Kälte sicherlich wert.

Apropos Sonnenaufgang: Jan Zander von Trailtech beweist, dass es auch in Deutschland viel Wert sein kann, sehr früh aus den Federn zu kriechen.

Wir hoffen ihr habt euch etwas inspirieren lassen und habt jetzt vielleicht Lust auch mal euer eigenes kleines Abenteuer zu starten. Beispiele wie so etwas aussehen kann findet ihr schon ein paar hier auf der Seite wie z.B. unsere Pfalz Fotosession. Aber wir werden uns noch viel einfallen lassen um ein bisschen Abenteuer-Flair nach Deutschland zu holen. Equipment Reviews, Fotostories und natürlich weitere Videosammlungen zu dem Thema sind fest geplant. Die Kamera ist immer dabei – Ihr könnt also gespannt sein!