Radventures: Eine Hütte im Wald

Der erste Versuch mit Gepäck am Lenker.
Der erste Versuch mit Gepäck am Lenker.

Es war mal wieder an der Zeit: Die letzten warmen Tage des Herbstes wollten wir unbedingt noch mal für eine Übernachtung im Freien nutzen. Da bot sich natürlich die Pfalz aufgrund ihrer trockenen Bodenverhältnisse direkt an. Zelt und Co wollten wir nicht mitschleppen sondern uns lieber die vorhanden Unterstände zu nutze machen. Vorab hatten wir uns also im Internet eine Hütte herausgesucht, die zwar sehr karg war, uns für die Nacht aber ausreichend Schutz vor den Elementen bieten würde. Als wir in Neustadt angekommen waren und uns überlegten, wie unsere Tagesroute im Detail aussehen sollte, erinnerte ich mich an eine andere Hütte, an der ich auf einer früheren Erkundungstour durch Zufall vorbeigekommen war. Diese Tour hatte das Ziel gehabt, möglichst viele gestrichelte Linien auf der Karte auf tatsächliche Fahrbarkeit zu überprüfen, und wir bewegten uns dabei dementsprechend auf für uns neuen Pfaden. Zufällig kamen wir damals an einer kleinen Wiese in einem Talschluß vorbei, auf der eine Gruppe jugendliche Frisbee spielten. Aus den Augenwinkeln sah ich eine kleine Hütte und mein Mitfahrer meinte „Hier kann man bestimmt auch gut übernachten“. 

Birkenrinde hilft, das Feuer in Gang zu bringen.
Birkenrinde hilft, das Feuer in Gang zu bringen.
Das Wetter war wie üblich stabil.
Das Wetter war wie üblich stabil.

Aus einem Bauchgefühl heraus beschloss ich, dieses Tal in unsere Tour einzubauen. Nach den üblichen Trail-Klassikern im Großraum Kalmit fuhren wir also durch das besagte Tal und standen plötzlich vor eine Hütte, wie sie besser kaum sein kann. Wir fanden eine überdachte Veranda mit Steinboden, mehrere verrückbare Sitzgelegenheiten, Teppichstücke zum sitzen, Laternen und Kerzen, eine Säge zum Holzmachen, einen Besen, Haken zum Wäsche aufhängen, Sägespähne, eine Feuerstelle und das wohl größe Feuerzeug der Pfalz. In wenigen Metern Entfernung sprudelte eine Quelle mit Trinkwasser und durch die Lichtung vor der Hütte hatte man auch einen schönen Ausblick. Für uns war sofort klar: Das ist das Paradies!

Damit lässt sich arbeiten.
Damit lässt sich arbeiten.
Der Wald sah leider entsprechend aus.
Der Wald sah leider entsprechend aus.

Da wir noch einige Trails fahren wollten, versteckten wir unser Gepäck im angrenzenden Wald und fuhren noch einige der umliegenden Highlights ab. Der Rückweg bestand dann aus 5 Kilometer langem Trailspaß bis runter direkt an die Hütte. Wir schauten uns erstaunt an und realisierten, dass wir gerade unseren absoluten Lieblingsort in der Pfalz gefunden hatten. Einen Ort, den wir sicher noch unzählige Male besuchen werden.

Fünf Kilometer Trail sollten es noch werden.
Fünf Kilometer Trail sollten es noch werden.
Die typischen Pfalz Trails.
Die typischen Pfalz Trails.
Auch die Technik kam nicht zu kurz.
Auch die Technik kam nicht zu kurz.
Warme Suppe...
Warme Suppe…
...und warmes Licht.
…und warmes Licht.

Was folgte war ein absolut uriger Abend am Lagerfeuer, mit Kaspressknödelsuppe auf dem Kocher und einem klaren Sternenhimmel über uns. Auch wenn es im Lauf der Nacht statt den angesagten sechs Grad doch bis auf ein Grad abkühlte, waren wir warm genug eingepackt und konnten problemlos durchschlafen. Am Morgen gab es Porridge mit frischen Feigen, das Lewin in Schottland als praktische Reisemahlzeit kennen gelernt hatte. Über etliche Trails ging es wieder zurück in die Zivilisation, und wir waren uns wie immer einig, dass wir sowas viel öfters machen müssen. Mittlerweile habe ich mir eine vernünftige Bikepacking Ausrüstung zugelegt, und wir planen schon die nächsten kleinen Abenteuer auf den Trails des Odenwaldes.

Bei diesem Wetter bedenkenlos möglich: Das Feuermachen.
Bei diesem Wetter bedenkenlos möglich: Das Feuermachen.
Klein aber fein.
Klein aber fein.
Etwas Geschmack tut dem Porridge gut.
Etwas Geschmack tut dem Porridge gut.
Wir lassen es uns gut gehen!
Wir lassen es uns gut gehen!